Die Trainings-Saison rückt näher

Anders als die Segelflug-Saison, die in unseren Breiten normalerweise zwischen März und April ihren Anfang nimmt, muss ich mich bis zum ersten Training der Saison in der Regel immer bis Walldürn gedulden.

Mit Ausnahme von dem ein oder anderen „Verlegenheits-Looping“ im Heimatverein mangelt es mir nämlich für ernstzunehmende Trainings-Starts schlicht und ergreifend am passenden Fluggerät.

Am Start in Zbraslavice mit unserem Fox D-1187 „Spuknich“

Leider gab es bis dato ja keinen Ersatz für unseren verunglückten Landesverbands-Fox. Und so wie es im Moment aussieht, wird es diesen auch nie geben. Das stattdessen Überlegungen im Raum stehen eine DG 1000 anzuschaffen, die gleichermaßen für Streckenflug- sowie Kunstflug-Ausbildung und Training genutzt werden kann, mag sicherlich verständlich sein.

Leider geht uns in NRW damit aber die einzige Möglichkeit verloren sowohl Ein- als auch Doppelsitzig bis zur Unlimited zu trainieren. Und in Zeiten wo keine ASK 13 mehr legal trudeln darf, wäre die Auslastung eines solchen Fluggerätes sicherlich über den gesamten Verlauf der Flugsaison hoch genug gewesen.

Aber was solls. Schauen wir auf das hier und jetzt und vor allem blicken wir positiv in die Zukunft.

Stand heute hat es immerhin auf der Seite des DAeC ein kleines Update gegeben:

https://segelflug.aero/web/index.php/kunstflug

Hier können nun neben den tatsächlichen Teilnehmern der WM 2022 auch alle potentiellen Mitglieder der Nationalmannschaft „bewundert“ werden. Liest man sich den ein oder andern fliegerischen Lebenslauf mal durch, ist es schon erstaunlich, wie unterschiedlich manchmal die Wege bis zur nationalen Elite im Segelkunstflug waren.

Aber genau das macht meines Erachtens das Team Germany aus. Die Vereinigung unterschiedlichster Charaktere, alle ausgestattet mit sehr verschiedenen fliegerischen Ausgangsvoraussetzungen, die aber alle dasselbe im Sinn haben.

Das möglichst präzise Beherrschen ihres Fluggeräts in allen erdenklichen Fluglagen vor den Augen einer hochkarätigen Jury zu demonstrieren.

Dabei ist ehrlicherweise niemals die „soziale Komponente“ einer solchen internationalen Meisterschaft zu vergessen. Man kommt auf diese Weise in den Genuss des persönlichen Kontaktes zu gleichgesinnten aus (fast) allen Erdteilen.

Come together in Deva (Rumänien) auf der WM 2019

In der Vergangenheit hat für mich der Austausch und das Zusammen sein mit den Top-Piloten der anderen Nationen immer mindestens 50% so eines Wettbewerbes ausgemacht. Es ist toll zu hören, dass auch Ungarn Schwierigkeiten haben, bezahlbare Schleppmöglichkeiten zu finden. Oder dass Amerikaner teilweise sehr lange Wege zurücklegen müssen, um die Möglichkeit haben auf einem geeigneten Segelkunstflugzeug zu trainieren.

Oder dass unser „Einzelkämpfer“ aus dem Land der aufgehenden Sonne die gleichen Probleme beim Figurentraining erlebt wie unser eins. Und gerade in Zeiten eines in Europa wütenden Krieges ist die Verständigung zwischen den Nationen ein so wichtiger Effekt, den ich schon immer positiv bewertet habe!

Alles in allem bleibt also festzustellen, dass während aller planerischen Vorarbeit und dem anstrengenden wie auch zeitintensiven Trainings, dass wir alle zu absolvieren haben, die Vorfreude auf einen endlich wieder stattfindenden Wettbewerb auf allerhöchstem internationalem Niveau mit den Top Piloten aus jeder Nation, dessen positive Stimmung noch sehr oft bis zum Saisonende und teilweise darüber hinaus nachwirkt.

Bis dahin –„Fly good – don´t suck“ oder wie es schon früher immer hieß: SNAFU (Insider wissen was das heißt!) 😉

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